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Scham und Stolz. Arbeiter:innenbiografien im Fokus

28. Workshop des Netzwerks Biografieforschung

13.11.2026, 10:00-14.00

Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung (VGA),
Vorwärts-Haus, 1. Stock (Bibliothek), Rechte Wienzeile 97, 1050 Wien

Anmeldung zur Teilnahme bis 09.11.2026 unter: julia.tyll-schranz@vga.at

Der 28. Workshop des Netzwerks Biografieforschung stellt Arbeiter:innenbiografien in den Fokus und fragt, wie Klassenzugehörigkeit zwischen den Gefühlen von Scham und Stolz verhandelt wird. Beide politischen Gefühle entstehen erst im Verhältnis zu einer Norm, die von außen an das Subjekt herangetragen wird. Scham und Stolz sind in autofiktionalen Gegenwartstexten oft explizit thematisiert; sie prägten aber auch ältere Traditionen der Arbeiter:innenbiografik. Ausgehend von einem Text Sabine Hakes (2017) zur Interpretation politischer Gefühlsregime der deutschen Arbeiter:innenbewegung 1863–1933 wollen wir die genannten Aspekte genauer in den Blick nehmen. Den Begriff „Arbeiter:in" verstehen wir dabei als Chiffre für eine Vielzahl marginalisierter Personengruppen, wie jene von Menschen mit Armuts-, Migrations- bzw. Rassismuserfahrungen, die insbesondere über eine „Geschichte von unten“ zu erfassen sind. Ebenso orientieren wir uns an einem Arbeitsbegriff, der auch Formen der Care- und Reproduktionsarbeit umfasst.


Programm

10:00-10:30

Begrüßung und Einleitung: Irene Messinger (Hochschule Campus Wien), Georg Spitaler (VGA) und Julia Tyll-Schranz (VGA)

10:30-11:30

Panel I:

Moderation: Irene Messinger (Hochschule Campus Wien)

Sarah Herbe (Universität Salzburg), Auto/biographischen Darstellung von Dichter*innen aus der Arbeiterklasse im England des 18. Jahrhunderts

Charlotte Krick (LMU München), Wer erzählt Johann Jacobys Leben? Jüdische Zugehörigkeit in biografischen Deutungen seit 1877

Jessica Richter (Universität Wien), "Sollte Ihnen, Herr Professor, mein Leben interessant genug sein [...]". Von der Schwierigkeit und Lust des Aufschreibens

11:30-12:00 Pause

12:00-13:00

Panel II:

Moderation: Julia Tyll-Schranz (VGA)

Nike Kirnbauer (Universität Wien), Die Suche nach Anerkennung. Interviews mit politisch aktiven Migrantinnen

Nora Lehner (IHSF), Nach der Gastarbeit. Drei Generationen im Gespräch

Julia Edthofer (Universität für Angewandte Kunst), Ich als Arbeiterin? Frauenperspektiven auf Erwerbsarbeit (und Sorgearbeit) im Lebensverlauf

13:00-13:30

Forum

Moderation: Georg Spitaler (VGA)
​

13:30-14:00

Resümee und Ausblick: Johanna Gehmacher (Universität Wien) und Katharina Prager (Wienbibliothek im Rathaus)


Organisation: Irene Messinger, Georg Spitaler, Julia Tyll-Schranz