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VGA - Forschung - Forschungsprojekt “Prozesse und Strategien faschistischer Herrschaft. Das Beispiel Wien”
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    Forschungsprojekt “Prozesse und Strategien faschistischer Herrschaft. Das Beispiel Wien”

    Im Auftrag des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank Projektleitung: Univ. Doz. Dr. Wolfgang Maderthaner Laufzeit: 1. Jänner 2009 bis 12. Dezember 2009

    Die Große Depression der 1930er Jahre hat zu einer Neubestimmung des Sozialen und des Politischen unter den Bedingungen von Massenarbeitslosigkeit und existenziellem Elend geführt. Ein fundamentaler kultureller Antisemitismus mischte sich mit machtvollen Ressentiments gegen die Demokratie, der schlicht die Fähigkeit abgesprochen wurde, die anstehenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme auch nur in Ansätzen lösen zu können. An die Stelle liberaler Gesellschaftsutopien traten totalitäre Zivilreligionen, die im Faschismus ihre ultimative Bündelung fanden. Das gegenständliche Forschungsvorhaben hat sich zum Ziel gesetzt, die Prozesse der Faschisierung im Zuge der großen Weltwirtschaftskrise ab 1929 zu thematisieren, und eine Sozialgeschichte des Faschismus in einer Stadt im Sinne der Methoden und Prinzipien der neueren Kulturwissenschaft vorzulegen. Als Beispiel dient mit Wien jene Metropole, die Hitler als “Verkörperung der Blutschande”, als ein “verjudetes Rassenkonglomerat” galt, und die er zu einer unter vielen deutschen Provinzstädten degradieren wollte. Vier Biographien (Hermann Neubacher, Josef Bürckel, Baldur von Schirach, Hanns Blaschke) sollen die Artikulationen und Praktiken eines kommunalen Faschismus beispielhaft erläutern, den Versuch faschistischer Hegemoniebehauptung ebenso wie die konkreten Prozesse “urbaner Faschisierung”.
    Das Projekt ist Teil eines größer konzipierten Forschungsschwerpunktes des VGA zu “Krisen und Krisenlösungsstrategien in den Dreißiger Jahren”.