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    Überblick über die Archivbestände

    Die Kernbestände des Archivs setzen sich aus dem sog. Alten Parteiarchiv (Sitzungsprotokolle des Parteivorstandes und des Parlamentsclubs der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1897-1933, Partei Interna 1890-1933, Republikanischer Schutzbund 1925-1934, Arbeiter- und Soldatenräte 1919-1924) sowie dem Nachlass der Familie Victor und Emma Adler zusammen.

    Insbesondere der Adler-Nachlass (Korrespondenzen u.a. mit Albert Einstein, Friedrich Engels, August Bebel, Ernst Mach, Karl Kautsky, Leon Blum, G.B. Shaw, Romain Rolland) kann als einer der bedeutendsten Quellenbestände der neueren österreichischen Geschichte gelten.

    Beide Archivbestände wurden 1933 außer Landes gebracht und überstanden in mehreren über Westeuropa verteilten Depots großteils unversehrt Faschismus und Weltkrieg. Ihre Rettung und Zusammenführung muss als historischer Glücksfall bezeichnet werden.











    Mit Übersiedlung des VGA in das traditionsreiche Vorwärts-Haus an der Rechten Wienzeile im Jahr 1989 wurde das sog. Parteistellenarchiv aus den Beständen des österreichischen Staatsarchivs übernommen. Das Archiv war im Februar 1934 beschlagnahmt und zur Vernichtung freigegeben worden, konnte aber von Beamten des Staatsarchivs gerettet werden. Neben den Sozialdemokratischen Parteistellen umfasst es Unterlagen des Parlamentsclubs, die Archive der sozialdemokratischen Landesorganisation Niederösterreich, des Militärverbands der Republik Österreich und der Soldatenräte sowie der Arbeiterbank.

    Zusätzlich zu diesen Kernbeständen besitzt und betreut der VGA eine Reihe von (Teil-) Nachlässen (u.a. Adolf Schärf, Otto Bauer, Oskar und Marianne Pollak, Otto Leichter, Adelheid Popp, Rosa Jochmann).

    Ein weiterer umfassender Bestand, der 1997 als Kulturgut der Republik unter Denkmalschutz gestellt wurde, sind die rund 600.000 Fotos des AZ-Bildarchivs,  1997 wurde die Digitalisierung der an die Redaktion der Arbeiter-Zeitung (1890-1991) gesandten Pressefotos in Angriff genommen; bis jetzt sind knapp 60.000 davon elektronisch erfasst.

    Ebenfalls in Bearbeitung sind die ca. 6.000 Laufmeter des Sozialdemokratischen Parteiarchivs nach 1945.



    Ergänzt werden die archivalischen Bestände durch die derzeit knapp 65.000 Bände der Fachbibliothek. Sie greift in ihren Kernbeständen auf die ehemalige Bibliothek des Parteivorstandes zurück und wurde durch eine Reihe von Schenkungen und Widmungen (Karl Seitz, Theodor Körner, Benedikt Kautsky, Leo Mistinger, Anton Benya etc.) erweitert. Besonders bemerkenswert sind ein geschlossenes Exemplar der Arbeiter-Zeitung (inklusive der Zensurausgaben während des Ersten Weltkriegs und der Periode Oktober 1933 - Februar 1934 sowie dem weltweit einzig kompletten Exemplar der illegalen AZ), die Sammlung sozialwissenschaftlicher Periodika und die Sozialistica-Sammlung in Erstausgaben. Monographien wie Periodika sind nach dem WINISIS System erfasst und können nach den üblichen bibliothekarischen Kriterien abgefragt werden.