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Forschungsprojekt Emma Adler


Ziel des Forschungsprojektes Eine Suche nach der verlorenen Zeit. Emma Adlers Selbstzeugnisse und Ich-Dokumente ist zunächst die Transkription, Aufarbeitung und Zugänglichmachung des Nachlasses Emma Adler, die in eine annotierte und kritisch kommentierte Herausgabe ihrer von Historiographie und Genderforschung bis dato nahezu unbeachtet gebliebenen oder überhaupt vergessenen Lebenserinnerungen und Selbstzeugnisse münden soll.
Dass der heute mit dem Adler-Archiv im VGA aufbewahrte Nachlass Emma Adler nach abenteuerlichen Rettungsaktionen, die in den 1930er Jahren über mehrere Stationen und halb Europa geführt hatten, die Wirrnisse von Weltkrieg und Faschismen überdauern konnte, muss als historischer Glücksfall betrachtet werden.



Exemplarischer Auszug aus der Autobiografie Emma Adlers:

  (70a) [eingelegtes Blatt ; Anm. M.M. ]Plus on nous j'ai été amoureuse [weggebrochenes Papier ; Anm. M.M.] de toutes les femmes que j'ai connais toutes se sont passablement marquées [??] de moi, à l'exeption d' une seule on fait avec moi les coquettes. Es ist als ob dies für V. geschrieben sei.
Gewiß er war mir treu, aber diese kleine Koketterie Frauen gegenüber hat mir manchmal mein Leben verbittert.
In der Jugend war V. fest entschlossen nie zu heiraten. Als er das Verhältnis mit Frau S. hatte u. sie immer in Angst war in die Hoffnung zu kommen, gab er ihr das Ehrenwort, in diesem Falle nie zu heiraten. Dieses versprechen fiel ihm nicht schwer, da es mit seinen Wünschen überein [stimmte. Anm. M.M.]
(70b)
Victor war der vornehmste Mensch der mir im Leben begegnet ist. Keiner verstand es besser in zartester Weise zu verpflichten, keiner vornehmer an die erwiesene Wohltat gleich zu vergessen. Auch in der Armut war er freigebig u. hilfsbereit, die Leute merkten nie, dass er selbst entbehrte um freigebig sein zu können!
(Aus: Emma Adler, Autobiographie Heft IIII; transkribiert von Michaela Maier)

Projektleiter: Univ. Doz. Dr. Wolfgang Maderthaner
SachbearbeiterInnen: Mag.a Michaela Maier und Mag.a Nicole Dietrich


Briefwechsel: Emma Adler - Hermann Bahr